Die etwas andere Alpenüberquerung

Freunde, damit hatte ich nicht gerechnet… und irgendwie war es im Nachhinein dann doch vorhersehbar.Einen Tag vor der Tour ging mein letzter Business Termin bis 16 Uhr. Nachdem die Sportgeschäfte in Bayern momentan um 18 Uhr schließen, besorgte ich mir also mit meinem „Alpen-Buddy“ kurz vor Ladenschluss das nötige Equipment. 

Mit einer Dose kühlem Radler und einem viel zu leichten Rucksack bewaffnet, starteten wir dann in Richtung Garmisch. Bevor das Ganze hier jetzt in einen Reisebericht ausartet, möchte ich euch nochmals kurz die Vorgeschichte erzählen. Ich hatte mich innerhalb der vergangenen drei Monate mit einer Personal Trainerin (große Empfehlung!) auf die Tour vorbereitet und wollte in sieben Tagen von Garmisch-Patenkirchen nach Meran wandern. Dass, das nicht geklappt hat, habt ihr sicherlich schon zu Beginn des Textes festgestellt. 

Am dritten Tag, nach ungefähr 18 Stunden Fußweg, kam ich zurück in die Hütte, ging duschen und machte einen kleinen Nap. Möglicherweise kennt der ein oder andere von euch das nun beschriebene Gefühl – es ist ziemlich eklig. Nämlich wenn du aufwachst und sofort weißt, dass du komplett am Arsch bist. Ich fror bei 28 Grad und kaufte mir an der Theke eine Wintermütze von der Partnerhütte aus Nepal. Das Abendessen brach ich nach wenigen Minuten ab und verbrachte die Nacht in irgendwelchen Fieberwelten im Stockbett Zimmer. (Corona Test danach zum Glück negativ 😉 )

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Klar, dass das Ego massiv anspringt. Ich wollte die Tour ja unbedingt durchziehen! Mit jedem Gedanken daran, ging es merkwürdigerweise immer weiter bergab. Schlussendlich musste oder durfte ich aufgeben und zurück ins Tal wandern. Nach sieben Stunden Rückweg, inklusive 800 Höhenmetern, einer wilden Taxifahrt durch die Pampa und einer Zugfahrt von Innsbruck nach München, lag ich dann schließlich im eigenen Bett. Für die folgenden vier Tage. 

Klar, dass ich mir Gedanken gemacht habe, warum es letztendlich so gekommen ist. Ich finde es fair und ehrlich, darüber zu schreiben, warum manche Dinge eben manchmal nicht funktionieren. Drei Monate Vorbereitung, die Hälfte des Weges absolviert und dann abbrechen – das hat sich für mich definitiv nach Niederlage angefühlt! Die Learnings für mich kamen dann im Verlauf, welche ich gerne mit euch teilen möchte: 

1- Stresssituationen offenbaren 

Im warmen Büro kann man sich schnell und leicht Dinge einreden, denn der Geist ist wesentlich stärker als der Körper. Es lässt sich alles irgendwie umsetzen. Auf 3.000 Meter Höhe offenbaren sich jedoch auf einmal die wirklich wichtigen Dinge. Wie möchte ich arbeiten? Was möchte ich weitergeben? Wie will ich leben? Sich dort oben Scheiße einzureden, das ist faktisch unmöglich. Ich habe sehr deutlich wahrgenommen, was ich möchte – und was nicht! Es ist schön, dass sich der eingeschlagene Weg extremst richtig anfühlt, am „wie“ aber noch gefeilt werden darf. 

2- Challenge = No Challenge 

Die letzten Wochen vor der Tour waren komplett vollgepackt. Calls, Reisen, Termine, neue Mitarbeiter, Produkt Launch, neue Büros, IT Restrukturierung… Gefühlt standen jeden Tag neue Challenges auf der Agenda. Ziele, die erreicht und übertroffen werden wollten. Das hat großen Spaß gemacht. Allerdings braucht es für alles seinen Ausgleich. Gerade in einem kompetitiven Geschäftsfeld wie dem Vertrieb, werden immer derartige Charakterzüge vorhanden sein. Das liebe ich! Was ich durch meine Alpenüberquerung allerdings lernen durfte ist, dass es manchmal die größte Challenge ist, keine zu haben. 

3- Nicht alles ist schwarz und weiß

Obwohl die Tour nicht so endete, wie ich mir das vorgestellt habe, war es trotzdem ein wunderschönes Erlebnis. Beeindruckende Landschaften, eine großartige Freundschaft und viele unglaubliche Augenblicke, haben diese Tour für mich unvergesslich gemacht. In der Rückschau wird alles oftmals stark in Kategorien eingeteilt. Das muss nicht immer sein. 🙂

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